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Die für den einzelnen Versuch jeweils benötige Zyklon-Menge wurde auf die für den Versuch vorgesehene Temperatur abgekühlt. Als Aufsaugematerial wurden in einem Fall Pappscheiben, im andern Fall Ercowürfel (hochporöses Gipsmaterial) angewandt, also die beiden in der Praxis der Blausäuredurchgasung meistüblichen Trägermaterialien. Um eine Übersicht über das gesamte Temperaturgebiet zu erhalten, wurden die Versuche in gleicher Anordnung jeweils bei -18° C, -6° C, 0° C und +15° C durchgeführt.

Allerdings konnte bei dieser Versuchsanordnung nicht den Verhältnissen Rechnung getragen werden, die sich ergeben, wenn besonders hohe Raumfeuchtigkeit vorliegt und dadurch an der Verdunstungsfläche Wasseranreicherung bzw. Schneebildung durch die Verdampfungskälte auftritt, die die Verdunstungsgeschwindigkeit noch erheblich herabzumindern vermag.

Versuchsergebnisse.

Die gefundenen Werte sind in nachfolgenden Tabellen und den weiter unten folgenden Diagrammen zusammengestellt:

Tabelle 1
Blausäureabgabe aus Aufsaugung in Pappscheiben.

Zeitdauer -18 bis -19° C -6° C 0° C +15° C

nach 1 Std. 32.5% 50.0% 62.6% 77.0%
" 2 " 45.0% 84.1% 90.7% 96.8%
" 3 " 60.5% 95.7% 98.0% 100.0%
" 4 " 72.0% 100.0% 100.0% -
" 5 " 84.0% - - -

Tabelle 2
Blausäureabgabe aus Aufsaugung in Ercowürfeln.

Zeitdauer -18 bis -19 C -6 C 0 C +15 C

nach 1 Std. 31.5% 45.0% 55.0% 57.0%
" 2 " 45.5% 73.0% 85.7% 96.4%
" 3 " 58.5% 95.2% 99.0% 100.0%
" 4 " 72.0% 100.0% 100.0% -
" 5 " 82.0% - - -

Abb. 1. Diagramm.
*) nach J. H. Perry and F. Porter. Journal. Amer. chem. Soc. 48, 299; 1926.