Abschrift.

Fernschreiben


Absender: Der SS- und Polizeiführer im Distrikt Warschau

Warschau, den 26.4.43

Az.: I ab St/Wdt. - 16 07 - Tgb.Nr. 551/43 geh.
Betr.: Ghettoaktion

An den

Höhern SS- und Polizeiführer Ost
SS-Obergruppenführer u. General d. Polizei Krüger
o.V.i.A.

Krakau

Beginn der Aktion 10:00 Uhr.

Der gesamte ehem. jüd. Wohnbezirk wurde heute wiederum durch dieselben Durschsuchungsstoßtrupps mit denselben Bezirken durchkämmt. Hierbei wollte ich erreichen, daß die Führer in die ihnen nunmehr bekannten Straßenzüge bzw. Häuserblocks und Höfe gelangen, um immer weiter in das Wirrwarr von Bunkern und unterirdischen Gängen eindringen zu können. Fast ohne Ausnahme meldeten die Stoßtrupps Widerstände, die aber durch Erwiderung des Feuers oder durch Sprengung der Bunker restlos gebrochen wurden. Es zeigt sich immer mehr, daß nunmehr die Reihe an die zähesten und widerstandsfähigsten Juden und Banditen kommt. Es sind mehrfach Bunker gewaltsam geöffnet worden, deren Insassen seit der Dauer der Aktion nicht mehr an die Oberfläche gekommen waren. In einer Reihe von Fällen waren die Insassen der Bunker nach der erfolgten Sprengung kaum noch in der Lage, an die Oberfläche zu kriechen. Nach Aussagen der gefangenen Juden sollen in den Bunkern eine größere Anzahl der Insassen von der Hitze und dem Qualm und von den erfolgten Sprengungen irre geworden sein.

Es wurden verschiedene Juden festgenommen, die mit der polnischen Terroristengruppe enge Verbindung hielten und zusammen gearbeitet hatten. Außerhalb des ehem. jüd. Wohnbezirks wurden 29 Juden festgenommen.

Im Verlaufe der heutigen Aktion wurden mehrere Häuserblocks niedergebrannt. Dieses ist die einzige und letzte Methode, um dieses Gesindel und Untermenschentum an die Oberfläche zu zwingen.

Es wurden wiederum Waffen-Brandflaschen, Sprengkörper und größere Mengen Geld erbeutet.

Auch heute habe ich veranlaßt, daß meherere sogen. Rüstungs- und wehrwirtschaftliche Betriebe unverzüglich ihre noch vorhandenen Bestände verlagern, damit auch diese Häußerblocks, in die nunmehr die Juden unter dem Schutze der Bewaffnung der deutschen Wehr-